Was ist los am Markt? Tech-Ausverkauf und Zinsangst
Ich öffne am Freitagmorgen mein Depot und sehe überall Rot. Mein kleines Portfolio liegt mit rund 2,5 % im Minus, Cisco sogar mit 7 %. Ich habe Bek.ai gefragt, was los ist. Hier ist die Antwort, für alle, die gerade dasselbe sehen.
Die vier Auslöser
- Die Inflation war höher als erwartet. Die US-Verbraucherpreise sind im Monatsvergleich wieder gestiegen, die Erzeugerpreise ebenfalls. Am 14. Oktober fiel der Nasdaq deshalb um 1,9 % und der S&P 500 um 1,1 %.
- Die Zinsen bleiben hoch. Die US-Notenbank hat im September zum ersten Mal seit Juli 2023 die Zinsen erhöht. Der Markt rechnet mit einem weiteren Schritt im Dezember. Zehnjährige US-Staatsanleihen bringen rund 5 %, und damit werden Anleihen zur echten Konkurrenz für Aktien.
- Angst vor zu vielen KI-Schulden. Die Anleihen des KI-Rechenzentrumsbetreibers CoreWeave rentierten zeitweise mit 15 %. Das zeigt, wie nervös Geldgeber bei der Finanzierung des KI-Booms werden.
- Asien hat den Druck verstärkt. Südkoreas Leitindex Kospi fiel am 15. Oktober um rund 8 %, Samsung und SK Hynix verloren zwischen 9 und 11 %.
Am 15. Oktober haben sich die US-Börsen bereits stabilisiert. Der S&P 500 schloss mit 0,3 % im Plus, der Dow Jones mit 1,1 %. Das Geld verschwand also nicht vom Markt, es wurde umgeschichtet: aus Tech in Gesundheit, Konsum und Anleihen.
Was das für einzelne Branchen heißt
| Branche | Lage | Warum |
|---|---|---|
| Tech & Chips Cisco, Nvidia, Apple | ▼ Gegenwind | Diese Branche steht im Zentrum des Abverkaufs. Hohe Bewertungen reagieren empfindlich auf Zinsen. |
| Gesundheit J&J, Siemens Healthineers, Roche | ▲ Rückenwind | Die Branche gilt als sicherer Hafen, weil die Nachfrage unabhängig von der Konjunktur ist. |
| Luftfahrt Flughafen Wien | ▼ Gegenwind | Der Ölpreis liegt bei rund 106 Dollar pro Barrel Brent und belastet das Reisen. |
| Versorger EVN | ● neutral | Die Geschäfte laufen stabil. Bei hohen Zinsen wirken Dividendenwerte aber relativ weniger attraktiv. |
Daran sieht man, warum Streuung hilft: In meinem Depot gleichen Siemens Healthineers (+6 %) und EVN (+2 %) einen Teil der Tech-Verluste aus.
Wie ich das einordne
Ein Rückgang von ein paar Prozent in einer Woche gehört zur normalen Schwankung an der Börse. Der US-Leitindex S&P 500 liegt seit Jahresbeginn immer noch deutlich im Plus. Wichtig ist nicht der Kurs von heute, sondern drei Fragen: Warum habe ich die Aktie gekauft? Gilt dieser Grund noch? Und kann ich Schwankungen aushalten, ohne verkaufen zu müssen?
Für Anleger in Österreich gilt dabei: Wer jetzt mit Verlust verkauft, kann ihn im selben Jahr mit Gewinnen gegenrechnen. Die 27,5 % KESt fallen nur auf den Nettogewinn an.
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Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag gibt meine persönliche Sicht wieder und dient nur der Information. Er ist keine Empfehlung, Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen. Kurse und Daten haben den Stand vom 15./16. Oktober 2026. Quellen: Yahoo Finance/Zacks, CNN, TheStreet, The Motley Fool, wallstreet-online.